Textilrecycler ziehen positive Bilanz - jedoch mit einer großer Besorgnis!

 

Der vergangenen Monat hat zwar weiter zu einer Beruhigung geführt und infolge normalisierter Mengen die Produktionen in den Sortierbetrieben nahezu decken können, jedoch gibt es immer noch eine größere Nachfrage, als Ware auf dem Markt generiert werden kann. Die Nachfrage nach gebrauchter Kleidung, Schuhen und auch Federn, ist ungebrochen. Container-Sammelware ist mengenmäßig und qualitativ, der Jahreszeit folgend, auf normalem bis steigendem Niveau. Die Originalware konnte vermarktet werden. Hierbei bleiben die Preisausbrüche der Spotmärkte und Anfragen von einzelnen Aufkäufern und Exporteuren unberücksichtigt, da Marktkenner ihre Geschäfte nur auf langfristige gesicherte Kooperationen aufbauen können. Insbesondere verweisen wir hier auch immer wieder auch die besonderen Bedingungen, gesetzlichen Verpflichtungen und Verantwortung der Sammler und Besitzer, die bis zur ordnungsgemäßen und sachgerechten Verwertung gegeben ist!

 

Die Nachfrage aus Afrika und Osteuropa ist gleichbleibend zufriedenstellend. Die Vermarktung von Recyclingmaterialien und Putzlappen hat sich dahingehend verbessert, dass zumindest die Kosten gedeckt werden konnten. Der Absatz von Federn entwickelt sich allmählich besser, jedoch erholen sich die Preise nur langsam, Federn sind allerdings jetzt schon kaum noch verfügbar. Die Nachfrage nach Original-Schuhen hält ebenso an.

 

Allgemein sind die Marktteilnehmer jedoch über die zukünftige Marktlage beunruhigt, da die ungebrochene Nachfrage zu ungewöhnlichen und zweifelhaften Auswüchsen geführt hat. FWS möchte sich ganz klar distanziert wissen von Trittbrettfahrern, die infolge der Marktlage versuchen mit illegalen Mitteln zusätzliche Ware zu Erfassen. Hierzu gehört neben der Absammlung und Beraubung von karitativen Haus- und Straßensammlungen vor dem Sammeltermin, auch die illegale Aufstellung von Containern ohne Genehmigung in diversen Städten und Gemeinden. FWS bietet den Ordnungsämtern zur Identifikation der meist anonymen Containeraufsteller Unterstützung an und wird bei der Aufklärung und Nachverfolgung derartiger Machenschaften nach bestem Wissen Hilfestellung leisten. Es ist nicht zu dulden, dass durch diese „Marktteilnehmer“ eine ganze Branche, mit Firmen die einer fach- und sachgerechten, sowie gesetzeskonformen Sammlung und Verwertung gerecht werden, in Misskredit gerät. Unsere Kompetenz soll dazu dienen das Textilrecycling in Deutschland weiter zu etablieren, und ein adäquater Ansprechpartner für Gewerbe, Städte und Kommunen, als auch renommierte Hilfsorganisationen bei der Unterstützung und Kooperation der gemeinnützigen Sammlungen zu sein.

 

Der starke Anstieg der Strom- und Treibstoffkosten im Inland, sowie die weitere Verteuerung der Lebensmittel in den Empfängerländern für Second Hand Ware, ist dem Ergebnis der Textilrecycler nicht dienlich und wird zudem mit großer Besorgnis erkannt.

 

Bremen April 2011